KDA

Feldgottesdienst mit streikenden Arbeitern

Leben und arbeiten am Strom

Der Rheinstrom bildet als einer der mächtigsten Flüsse Europas die Lebensader in zahlreichen Regionen unseres Landes. Mit seiner Länge von mehr als eintausend Kilometer von Konstanz bis zur Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland dient er den unzähligen Menschen mehr als nur dem Broterwerb. Vater Rhein ist auch ein Stück weit Identität und Heimat. Das gilt besonders in Duisburg. Von Rheinkilometer 769 bis 795 tangiert der Fluss das Stadtgebiet, wo er den Menschen hier Arbeit bietet und Versorgungssicherheit garantiert ebenso Halt und Lebensqualität.

Pfarrer Hans-Peter Lauer hatte Kerstin Ciesla, stellvertetende Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und Frank Wessel, Pfarrer beim Evangelischen Binnenschifferdienst und der Deutschen Seemannsmission Duisburg zu einem Meinungsaustausch mit dem Thema – wie viel Rhein braucht Duisburg- im Rahmen des Politischen Nachtgebets eingeladen.

Rund jeder 8. Arbeitsplatz sei vom Fluss abhängig. Etwa 40.000 Menschen leben von ihrer Arbeit in Handel und Logistik im Duisburger Hafen, die der Rhein erst ermöglicht. Der Hafen zählt weltweit zu den Top 50 in der Hafenwirtschaft. Doch bereits im Frühjahr zogen dunkle Wolken über dem Stromhimmel auf. Das Niedrigwasser des Stroms trübt das Bild zurzeit und zwingt die Stahlindustrie Duisburgs ihre Produktion zu drosseln. Nachrichtensender berichten, dass Binnenschiffe nur noch mit rund fünfundzwanzig Prozent ihrer Kapazität die Fahrrinnen passieren können. Eine hohe Belastung für die Binnenschifffahrt. Um dieselbe Menge an Gütern und Rohstoffen an die Kunden zu liefern macht es erforderlich, vier Touren über den Rhein zu fahren. Es stellt sich ein erheblicher Ökonomischer und Ökologischer Aufwand ein, falls sich die derzeitige Klimalage verstetigen sollte.

Es gelte nachzudenken, ob und wie die Binnenschiffe in diesem Fall angepasst werden können, um mit geringerem Tiefgang der Situation gerecht zu werden, überlegte Wessel.

Der Schadstoffausstoß der Schiffsmotoren wird ebenfalls immer wieder diskutiert. Für Ciesla kann hier nur eine einheitliche Europäische Lösung Sinn machen, die sich nah an den praktischen Herausforderungen orientiert. Es gab bereits geförderte Motorenaustauschprogramme, die nicht griffen, weil die erforderlichen Aggregate nicht in ausreichender Zahl verfügbar waren. Ciesla sieht noch ausgiebigen Handlungsbedarf, um beim Antrieb von Binnenschiffen eine höchstmögliche Einsparung an Kohlendioxyd zu erreichen.

Zeitnahes und verantwortliches Handeln sei gefragt, damit die heute bereits erkennbaren Risiken und Belastungen so weit wie möglich abgewendet werden könnten, resümierten Ciesla und Wessel.

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Losung für Donnerstag, den 19.09.2019

Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.
2. Mose 13,21

Wir sollen desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.
Hebräer 2,1

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