KDA

Feldgottesdienst mit streikenden Arbeitern

Europa 100 Jahre nach dem Versailler Vertrag

Versailles und die Welt 1918-1923

Der Erste Weltkrieg war ein industrialisierter Massenkrieg. Je länger er dauerte, desto mehr veränderte er die Gesellschaften, die ihn führten, und desto rasanter entwertete er das Wissen der Politiker. Wie sollte man ihn beenden? Meisterhaft und mit dem Blick für die globalen Zusammenhänge erzählt Jörn Leonhard, wie die Welt zwischen 1918 und 1923 um eine neue Friedensordnung rang und was diese Zeitenwende für den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts bedeutete.

Dabei werden die hochfliegenden Erwartungen und die teils widersprüchlichen Versprechen ebenso deutlich wie die erdrückenden Probleme bei der Umsetzung und die Unterschiede zwischen den Annahmen in Paris und den Realitäten vor Ort. Ob im Blick auf untergehende Reiche und neue Staaten, ethnische Minderheiten oder das neue Massenphänomen von Flucht und Vertreibung: Die Art und Weise, wie der Krieg zu Ende ging, schuf Enttäuschungen und Konflikte, die das 20. Jahrhundert prägen sollten und deren Ausläufer bis in unsere Gegenwart reichen. (Verlagsinformation Verlag C.H.Beck, München).

Als sich Anfang 1919 Diplomaten und Politiker aus aller Welt in Versailles versammelten, wollten sie nicht nur den Ersten Weltkrieg beenden, sondern eine neue Friedensordnung errichten. Diese sollte möglichst gerecht sein und lange währen. Ein Vorhaben, das, wie sich bald zeigte, zum Scheitern verurteilt war. Warum und wie es dazu kam, beschreibt der Freiburger Historiker Jörn Leonhard detailliert in seiner neusten Publikation mit dem bezeichnenden Titel „Der überforderte Frieden“.

Prof. Dr. Jörn Leonhard stellt wesentliche historische Erkenntnisse vor und beschreibt, wie Europa bis auf den heutigen Tag durch den Versailler Vertrag geprägt ist. „Das Interessante ist, dass wir an vielen Stellen sehen können bis in die Gegenwart, dass an die Stelle dieser Großreiche – die Habsburger Monarchie, das Osmanische- und das Zarenreich und das Deutsche Reich – keine stabile Staatlichkeit getreten ist. Ohne diesen Hintergrund können wir die Geschichte der Ukraine nicht erklären – wir können den Zerfall Jugoslawiens nicht erklären, mit der Rückkehr ethnischer Gewalt, denn Jugoslawien ist ein Ergebnis dieses Zerbrechens der Habsburger Monarchie. Und im Mittleren und Nahen Osten haben wir die Situation bis heute. Und da, glaube ich, ist diese Vergangenheit sehr viel näher an unserer eigenen Gegenwart, als wir das vielleicht oft annehmen“.

Referent:

Prof. Dr. Jörn Leonhard ist seit 2006 Professor für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas am Historischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er ist Fellow der Royal Historical Society in London sowie der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Für seine Forschungen erhielt er bereits mehrere wichtige Forschungspreise. Er ist Autor unter anderem des Buches „Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs (2014).

Termin: Donnerstag, 06. Juni 2019 18.30 Uhr

Veranstaltungsort: Salvatorkirche, Burgplatz 19, 47051 Duisburg

Information: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein, Am Burgacker 14-16, 47051 Duisburg, Tel. 0203 2951-3170, kda@kirche-duisburg.de

In Kooperation mit EUROPE DIRECT – EU-Bürgerservice der Stadt Duisburg und Ev. Kirchengemeinde Alt-Duisburg

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Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA)
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Das ganze Programm des Laboratorium – Evangelisches Zentrum für Arbeit, Bildung und betriebliche Seelsorge – auf einen Blick.

Losung für Donnerstag, den 19.09.2019

Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.
2. Mose 13,21

Wir sollen desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.
Hebräer 2,1

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