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Feldgottesdienst mit streikenden Arbeitern

„Genossenschaften: Potenziale für Kirchengemeinden“

Kirchengemeinden stehen schon seit einiger Zeit vor großen Herausforderungen. Einerseits zwingt die demografische Entwicklung und die rückläufige Kirchenmitgliedschaft oft zu schwerwiegenden Entscheidungen: z.B. Aufgabe von Kirchengebäuden und/oder Aufgabe von Arbeitsbereichen, Fusionen mit anderen Kirchengemeinden zu Großgemeinden. Andererseits müssen (und können!) neue Konzepte entwickelt werden, wie sich die Kirchengemeinde in das Gemeinwesen, in den Stadtteil oder in die dörfliche Umgebung einbringen will.

Die zukunftssichere Entwicklung integrationsfähiger, lebenswerter Quartiere ist Gemeinschaftsaufgabe vieler unterschiedlicher Akteure. Die Kirchengemeinde ist nach wie vor ein bedeutender Akteur in diesen Entwicklungsprozessen, mit einem eigenen Selbstverständnis, mit einem Auftrag für die Kirche in der Welt und immer noch mit vielfältigen Ressourcen und Kompetenzen.

Im Rahmen der immer komplexer werdenden Strukturen und der Globalisierung haben viele Menschen eine Sehnsucht nach Überschaubarkeit, Vertrauen und solidarischer Teilhabe. Dies stimmt prägnant mit dem Genossenschaftskonzept von Friedrich Wilhelm Raiffeisen überein. Das Kirchturmprinzip als Symbol für einen Sozialraum, der sich überblicken lässt, stand bei ihm an vorderster Stelle.

Entsprechend entwickeln sich heute besonders im ländlichen Raum neue Genossenschaften, die einen Dorfladen betreiben, die Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen in ihrer vertrauten Umgebung mit entsprechender Infrastruktur aufbauen oder die umweltverträgliche Energieversorgung als Bioenergiedörfern sicherstellen. Quartiersgenossenschaften (oder: Stadtteilgenossenschaften) und Bürgergenossenschaften sind das Gegenstück dazu in der Stadt.

Sie initiieren und fördern Selbsthilfepotentiale, entwickeln Beschäftigungsprojekte, schaffen in einem Stadtteil neue Wohnmöglichkeiten, organisieren Nachbarschaftshilfe in Form von Seniorengenossenschaften oder setzen sich in ihrem unmittelbaren Umfeld für den Erhalt von Gebäuden mit kulturellen und sozialen Nutzungsmöglichkeiten ein. Die Renaissance der Genossenschaftsidee korrespondiert mit dem Wunsch engagierter Bürger, die Strukturen „ihres Viertels“ nicht nur der Kommunalpolitik oder an Rendite interessierten Investoren zu überlassen, sondern selbstbestimmt und nutzerinnenorientiert gestalten zu wollen.

Das Seminar gibt einen ersten Überblick über die Möglichkeiten sich als Kirchengemeinde in die Entwicklung von Genossenschaften auf kommunaler Ebene einzubringen – zum Nutzen der Kirchengemeindeentwicklung und zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil. Neben einer Einführung in die Prinzipien und Wesensmerkmale von Genossenschaften und der Vorstellung von konkreten Praxisbeispielen stehen die Fragen der Teilnehmenden im Mittelpunkt.

Mit dem Evangelischen Raiffeisenkongress hat die Evangelische Kirche im Rheinland im Juni 2018 zum 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen an den christlichen Sozialreformer und Genossenschaftsgründer erinnert.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, hat zu Beginn des Evangelischen Raiffeisenkongresses die Bedeutung des Genossenschaftswesens für Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft hervorgehoben. Durch die Beschäftigung mit Raiffeisen sei die eigene Sympathie für Genossenschaften „sowohl differenziert als auch vertieft“ worden, sagte Rekowski. „Ich staune, welche Potenziale hier schlummern, und sehe Chancen und Herausforderungen für unser kirchliches Handeln.“ Kirchengemeinden könnten sich beispielsweise noch stärker in Genossenschaften engagieren, um beispielsweise Menschen in Notlagen zu Selbsthilfe zu ermutigen. „Um solche kreativen Ideen unterstützen zu können, müssen wir im Landeskirchenamt selber noch wesentlich kreativer werden. Aber dazu bin ich wild entschlossen.

Referent: Dr. Burghard Flieger, Vorstand innova eG, Genossenschaftsexperte, Diplomvolkswirt und Soziologe, Dozent für Gemeinwesenökonomie

Termin: Samstag, 26. Oktober 2019 10.00 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus der Generationen Rheinberg, Grote Gert 50, 47495 Rheinberg

Information und Anmeldung: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein Am Burgacker 14-16 47051 Duisburg Tel. 0203 2951-3170 kda@kirche-duisburg.de

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Das ganze Programm des Laboratorium – Evangelisches Zentrum für Arbeit, Bildung und betriebliche Seelsorge – auf einen Blick.

Losung für Donnerstag, den 21.11.2019

Siehe, ich, der HERR, bin der Gott allen Fleisches, sollte mir etwas unmöglich sein?
Jeremia 32,27

/Paulus schreibt:/ Dem, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, dem einzigen und weisen Gott, sei durch Jesus Christus Ehre in Ewigkeit!
Römer 16,25.27

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