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Ein-Euro-Jobs werden heute passgenauer eingesetzt als früher

Ein-Euro-Jobs werden heute passgenauer eingesetzt als das in früheren Jahren der Fall war. Das war auch das erklärte Ziel einer Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente im Jahr 2012. Eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass dieses Ziel erreicht wurde. An der Wirksamkeit der Ein-Euro-Jobs hinsichtlich der Integration in reguläre Beschäftigung habe sich dagegen wenig verändert: Kurz- und mittelfristig verringern sie eher die Wahrscheinlichkeit, eine reguläre Tätigkeit aufzunehmen, unter anderem da die Teilnehmer an Ein-Euro-Jobs während der Maßnahme weniger Zeit für die Arbeitsuche haben als Nicht-Teilnehmer.

Ein-Euro-Jobs sollen besonders arbeitsmarktferne Bezieher von Arbeitslosengeld II an den Arbeitsmarkt heranführen. „In den ersten Jahren nach ihrer Einführung (2005 bis 2007) wurden aber auch arbeitsmarktnahe Leistungsbezieher in diese Maßnahme vermittelt“, so die IAB-Studie.

Bereits ab dem Jahr 2010 ist die Zahl der Ein-Euro-Jobs stark gesunken. Während 2018 die Zahl der begonnenen Ein-Euro-Jobs bei 184.000 lag, gab es bis einschließlich 2009 noch mehr als 700.000. Die Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente im Jahr 2012 hat den Einsatz von Ein-Euro-Jobs weiter eingeschränkt. „Seither wird die eigentliche Zielgruppe besser erreicht als zuvor“, stellen die Arbeitsmarktforscher fest.

Die Ein-Euro-Jobs seien allerdings zunehmend in Einsatzfeldern wie Landschaftspflege mit vergleichsweise geringen Beschäftigungschancen konzentriert. Dies senke einerseits das Risiko der Verdrängung regulärer Beschäftigung, gleichzeitig aber auch die Wahrscheinlichkeit, nach Beendigung des Ein-Euro-Jobs in diesem Tätigkeitsfeld eine reguläre Beschäftigung zu finden.

Die kurz- und mittelfristigen Wirkungen von Ein-Euro-Jobs auf Beschäftigungswahrscheinlichkeit und Erwerbseinkommen der Geförderten sind der IAB-Studie zufolge bei den meisten untersuchten Teilgruppen von Geförderten negativ. Langfristig betrachtet seien aber günstigere Wirkungen nicht ausgeschlossen, erklären die Arbeitsmarktforscher. Auch vor der Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente waren die Wirkungen in der kurzfristigen Betrachtung negativ, in der längerfristigen Analyse dann aber überwiegend positiv.

Zielgerichtet eingesetzt seien Ein-Euro-Jobs ein sinnvolles arbeitsmarktpolitisches Instrument: „Ein-Euro-Jobs dürften für arbeitsmarktferne und nicht sofort in Beschäftigung vermittelbare Personen weiterhin ein geeignetes Mittel sein, um zu verhindern, dass diese sich ganz vom Arbeitsmarkt zurückziehen“, so die Arbeitsmarktforscher.

Die IAB-Studie ist online abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2019/kb2219.pdf.

Quelle: Pressestelle - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) vom 04.11.2019

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